Also mal ehrlich: Wenn Zuckertüten an Bäumen wachsen – warum haben wir noch nie einen gesehen? 🎒🌳
Dabei erzählte man Kindern früher tatsächlich, Zuckertüten würden auf einem Zuckertütenbaum wachsen.
Und genau deshalb haben wir nachgeschaut, woher diese Geschichte eigentlich kommt.
🍬 Die Spur führt nach Sachsen und Thüringen
Das Osnabrücker Schulmuseum nennt einen Bericht aus dem Jahr 1781 als bislang frühesten bekannten Hinweis. Karl Gottlieb Bretschneider erinnerte sich später daran, dass er bei seiner Einschulung in Gersdorf in Sachsen vom Schulmeister eine Zuckertüte bekommen hatte.
Noch spannender für uns Thüringer Zwillinge: 1801 erhielt Johann Daniel Elster im thüringischen Benshausen zur Einschulung eine große Zuckertüte – und in seinem Bericht heißt es sogar, das sei „nach altem Brauch“ geschehen.
Die Tradition muss dort also schon bekannt gewesen sein.
🌳 Und dann kommt der Baum ins Spiel
Für Jena ist aus dem Jahr 1817 dokumentiert, dass einzelne Kinder kleine Papiertüten mit Gebäck bekamen. Manche wurden ihnen überreicht, andere durften sie von einem Baum im Schulgarten „pflücken“.
Also ja: Einen Zuckertütenbaum gab es tatsächlich – nur eben keinen Baum, an dem die Tüten von allein gewachsen sind. 😄
Aus solchen Geschichten entwickelte sich die Vorstellung, dass Zuckertüten irgendwo beim Lehrer an geheimnisvollen Bäumen wachsen und reif werden, wenn der erste Schultag gekommen ist.
Später wurden Bäume auf Schulhöfen oder in Klassenräumen tatsächlich mit Zuckertüten geschmückt.
📸 Kira & Nicos Schulspuren-Auftrag
Frag Deine Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern:
Wie sah ihre Schultüte aus?
Was steckte darin?
Gibt es noch ein Foto?
Vielleicht beginnt Eure Familiengeschichte zum Schulanfang ja in einem alten Fotoalbum – oder an einem Baum voller Zuckertüten.
Was müsste in Deiner perfekten Zuckertüte stecken – außer Süßigkeiten?
Eure Kira & Nico 🎒
Quellen:
Osnabrücker Schulmuseum – Geschichte der Zuckertüte
Stadtmuseum Jena – Zuckertütentradition