Keks schnuppert nach: Warum hat der Baumkuchen eigentlich Ringe?

Keks schnuppert nach: Warum hat Baumkuchen eigentlich Ringe?

„Wartet mal – hier riecht es ziemlich gut.“

Ich bin Keks. Und meine Nase behauptet gerade sehr überzeugend, dass wir über Kuchen reden müssen.

Genauer gesagt über Baumkuchen. In Wernigerode im Harz gibt es sogar ein Baumkuchenhaus. Dort dreht sich ziemlich viel um dieses besondere Konditorenhandwerk – und ja, ich habe sofort eine wichtige Frage:

Warum heißt ein Kuchen eigentlich Baumkuchen?

Nein, da steckt kein Baum drin

Baumkuchen wird nicht aus Holz gemacht. Zum Glück. Holz knuspert zwar und ist eher etwas für Holzis Geschmack, aber nicht für meinen.

Der Name kommt von seinem Muster. Schneidet man einen Baumkuchen quer auf, sieht man viele dünne Ringe. Sie erinnern an die Jahresringe eines Baumstamms.

Diese Ringe entstehen beim Backen.

Schicht für Schicht auf einer Walze

Bei der traditionellen Herstellung dreht sich eine Walze langsam vor einer Hitzequelle. Eine Walze ist hier eine runde Rolle, auf der der Kuchen gebacken wird.

Zuerst kommt eine dünne Schicht Teig darauf. Sie wird gebacken. Dann kommt die nächste Schicht. Wieder backen. Dann noch eine. Und noch eine.

So wächst der Kuchen nach außen – Schicht für Schicht. Wenn er später aufgeschnitten wird, sieht man diese einzelnen Backschichten als Ringe.

Ich schaue mir das sehr genau an.

„Also ist das ein Kuchen, der beim Backen langsam dicker wird?“

Genau.

„Das ist ausgesprochen vernünftig.“

Ein Handwerk, bei dem Geduld dazugehört

Im Harzer Baumkuchenhaus gehören Café, Verkauf und eine kleine Ausstellung zusammen. Laut Wernigerode Tourismus kann man dort auch sehen, wie unterschiedlich Baumkuchen aussehen und verfeinert werden können.

Das Spannende ist für mich aber nicht nur der Geschmack. Jeder Ring zeigt: Hier wurde nicht alles auf einmal fertig.

Eine Schicht. Warten. Die nächste Schicht.

Das ist fast wie bei einem guten Vorrat im Wald. Wenn man alles auf einmal durcheinanderwirft, wird es selten besser.

Ich schnuppere noch einmal.

„Nur einen kleinen Bissen“, sage ich. „Rein wissenschaftlich natürlich.“

Und falls irgendwo ein Krümel herunterfällt: Ich kenne da jemanden.


Quellen:
Wernigerode Tourismus – Harzer Baumkuchenhaus
Salzwedeler Baumkuchen – Herstellung Schicht für Schicht